Von Holger Bunk

Beweglich?

Holger Bunk – Illustration Beweglich (2004)

Eine Ambivalenz, die wir gegenüber den uns umgebenden Dingen haben: wir wollen uns darauf verlassen können und doch sollen sie nicht starr, sondern flexibel und anpassbar sein, sie sollen auf uns reagieren.

Wenn ich ein Haus betrete, um dort zu schlafen, will ich selbstverständlich darauf vertrauen können, dass es nicht einstürzt und mich mit dem Gedanken nicht aufhalten, dass es unter Umständen labil sein könnte. Bei wechselndem Raumbedarf soll es aber veränderbar sein. Die Wand soll sich wegfalten lassen, neue Öffnungen oder Flächen müssen her. Dinge, die unseren Alltag bestimmen wie Hochbau, Transportmittel (Autos, Bahnen, Flugverkehr) aber auch Post, Geld und Börse sind ineinandergreifende Systeme, die beides sein sollen: stabil und beweglich.

Mich wundert es deshalb nicht, dass ich als Künstler damit auch zu tun habe. Obwohl ich nicht ohne Festlegung und Behauptung auskomme, sind meine Arbeiten auch

  • Aggregatzustand
  • Durchgangsstadium und Provisorium
  • Diskussionsbeitrag (Essayistisches, Versuch)
  • Veränderung von Bekanntem
  • Material und Ausgangspunkt für weitere Produktionen