Texte über Holger Bunk

Holger Bunk – Werke auf Papier und Stoff
Pressetext zur Ausstellung Reuten Galerie Amsterdam

Holger Bunk
Werke auf Papier und Stoff
von 17. April bis 22. Mai 2004

Holger Bunk (*Essen 1954, lebt und arbeitet in Amsterdam) ist ein figurativer Künstler mit technischer Virtuosität und Ausdruckskraft, die an die unangepassten, revolutionären deutschen Expressionisten der zwanziger, dreissiger und frühen vierziger Jahre erinnert. Seine Arbeiten sind im Sinne des Wortes voll menschlicher Figuren, ausschließlich Männer, die sich in permanenter Verwicklung mit ihrer abstrakten, aber phantastisch architektonischen Umgebung befinden. Vor allem sind sie mit zum Scheitern verurteilten Versuchen beschäftigt, sich harmonisch zu sinnestäuschenden Konstruktionen zu verhalten, die sie selbst entworfen haben. Sie tun auch ihr nach Kräften Bestes, um mit anderen auftauchenden Figuren in Ausgleich zu kommen – sind es Kollegen? Nachbarn? Auftraggeber? – ihren Versuchen wird ein eher sinnloser Ausgang beschert sein.

Großformatig (je 2,75 x 1m, Acryl auf Papier oder transparentem Stoff) entsteht so eine Reihe von faszinierenden Arbeiten mit obsessiven Szenerien von Figuren in ihrem existenziellen Ringen mit Konstruktionen, Gebäuden, Straßen und Städten. Es wird wohl kein Zufall sein, dass viele von den Gebäuden die klare Linienführung der deutschen modernistischen Architektur aufweisen. Die Neigung des Menschen, seinem Dasein eine Form aufzuprägen, scheint in Bunks Werk eine Schlange geworden zu sein, die sich nicht nur in den Schwanz beißt, sondern daran verschluckt. Auch in dieser Hinsicht bekommt die ennervierende Geschichte der engagierten europäischen Kunst der genannten Vorkriegsjahre eine Fortsetzung, um die wir nicht umhin können.

Antoinette Reuten

Reuten Galerie
Prinsengracht 510-0
1017 KH Amsterdam
www.galeries.nl/reuten